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101
österreichischer Kinder. Fußball und Schifahren sind die beliebtesten Sportarten
der Jugend. Im übrigen sind die jungen Österreicher eher Individualisten. Für
Jugendorganisationen zeigen sie nur wenig Interesse. Auf dem Land sind allerdings
Musik- und Volkstanzgruppen noch beliebt.
Das Heiligenstädter Testament
O ihr Menschen, die ihr mich für feindselig, störrisch oder misantropisch haltet
oder erkläret, wie Unrecht tut ihr mir. Ihr wisst nicht die geheime Ursache von dem,
was euch so scheint. Mein Herz und mein Sinn waren von Kindheit an für das zarte
Gefühl des Wohlwollens, selbst große Handlungen zu verrichten, dazu war ich immer
aufgelegt - aber bedenket nur, dass seit sechs Jahren ein heilloser Zustand mich
befallen, durch unvernünftige Ärzte verschlimmert. Von Jahr zu Jahr in der Hoffnung,
gebessert zu werden, betrogen, endlich zu dem Überblick eines dauernden Übels
(dessen Heilung vielleicht Jahre dauern wird oder gar unmöglich ist) gezwungen, mit
einem feurigen lebhaften Temperament geboren, selbst empfänglich für
die Zerstreuungen der Gesellschaft - musste ich mich früh absondern, einsam mein
Leben zubringen. Wollte ich auch zuweilen mich einmal über alles das hinaussetzen -
oh, wie hart wurde ich durch die verdoppelt traurige Erfahrung meines schlechten
Gehörs dann zurückgestoßen. Und doch war es mir noch nicht möglich, den Menschen
zu sagen: sprecht lauter, schreit - denn ich bin taub. Ach, wie wär' es möglich,
dass ich die Schwäche eines Sinnes angeben sollte, der bei mir in einem
vollkommeneren Grade als bei anderen sein sollte, eines Sinnes, den ich einst in der
größten Vollkommenheit besaß, in einer Vollkommenheit, wie ihn wenige von meinem
Fache gewiss haben noch gehabt haben - oh, ich kann es nicht; drum verzeiht, wenn ihr
mich da zurückweichen sehen werdet, wo ich mich gerne unter euch mischte. Doppelt
wehe tut mir mein Unglück, indem ich dabei verkannt werden muss. Für mich darf
Erholung in menschlicher Gesellschaft, feinere Unterredungen, wechselseitige
Ergießungen nicht statthaben ganz allein, fast nur soviel, als es die höchste
Notwendigkeit fordert, darf ich mich in Gesellschaft einlassen, wie ein Verbannter
muss ich leben. Nahe ich mich einer Gesellschaft, so überfällt mich eine leise
Ängstlichkeit, indem ich befürchte, in Gefahr gesetzt zu werden, meinen Zustand
merken zu lassen - so war es denn auch dieses halbe Jahr, was ich auf dem Lande
zubrachte: von meinem vernünftigen Arzt aufgefordert, so viel als möglich mein Gehör
zu schonen, kam er fast meiner jetzigen natürlichen Disposition entgegen, obschon,
vom Triebe der Gesellschaft manchmal hingerissen, ich mich dazu verleiten ließ. Aber
welche Demütigung, wenn jemand neben mir stand und von weitem eine Flöte hörte
und ich nichts hörte oder jemand den Hirten singen hörte und ich auch nichts hörte -
solche Ereignisse brachten mich nahe an Verzweiflung, es fehlte wenig, und ich selber
endigte mein Leben - nur sie, die Kunst, sie hielt mich zurück. Ach, es dünkte mir
unmöglich, die Welt eher zu verlassen, bis ich das alles hervorgebracht, wozu ich mich
aufgelegt fühlte - und so fristete ich dieses elende Leben - wahrhaft elend, ein so
reizbarer Körper, dass eine etwas schnelle Veränderung mich aus dem besten Zustand
in den schlechtesten versetzen kann. Geduld - so heißt es - sie muss ich nun zur
österreichischer Kinder. Fußball und Schifahren sind die beliebtesten Sportarten
der Jugend. Im übrigen sind die jungen Österreicher eher Individualisten. Für
Jugendorganisationen zeigen sie nur wenig Interesse. Auf dem Land sind allerdings
Musik- und Volkstanzgruppen noch beliebt.
Das Heiligenstädter Testament
O ihr Menschen, die ihr mich für feindselig, störrisch oder misantropisch haltet
oder erkläret, wie Unrecht tut ihr mir. Ihr wisst nicht die geheime Ursache von dem,
was euch so scheint. Mein Herz und mein Sinn waren von Kindheit an für das zarte
Gefühl des Wohlwollens, selbst große Handlungen zu verrichten, dazu war ich immer
aufgelegt - aber bedenket nur, dass seit sechs Jahren ein heilloser Zustand mich
befallen, durch unvernünftige Ärzte verschlimmert. Von Jahr zu Jahr in der Hoffnung,
gebessert zu werden, betrogen, endlich zu dem Überblick eines dauernden Übels
(dessen Heilung vielleicht Jahre dauern wird oder gar unmöglich ist) gezwungen, mit
einem feurigen lebhaften Temperament geboren, selbst empfänglich für
die Zerstreuungen der Gesellschaft - musste ich mich früh absondern, einsam mein
Leben zubringen. Wollte ich auch zuweilen mich einmal über alles das hinaussetzen -
oh, wie hart wurde ich durch die verdoppelt traurige Erfahrung meines schlechten
Gehörs dann zurückgestoßen. Und doch war es mir noch nicht möglich, den Menschen
zu sagen: sprecht lauter, schreit - denn ich bin taub. Ach, wie wär' es möglich,
dass ich die Schwäche eines Sinnes angeben sollte, der bei mir in einem
vollkommeneren Grade als bei anderen sein sollte, eines Sinnes, den ich einst in der
größten Vollkommenheit besaß, in einer Vollkommenheit, wie ihn wenige von meinem
Fache gewiss haben noch gehabt haben - oh, ich kann es nicht; drum verzeiht, wenn ihr
mich da zurückweichen sehen werdet, wo ich mich gerne unter euch mischte. Doppelt
wehe tut mir mein Unglück, indem ich dabei verkannt werden muss. Für mich darf
Erholung in menschlicher Gesellschaft, feinere Unterredungen, wechselseitige
Ergießungen nicht statthaben ganz allein, fast nur soviel, als es die höchste
Notwendigkeit fordert, darf ich mich in Gesellschaft einlassen, wie ein Verbannter
muss ich leben. Nahe ich mich einer Gesellschaft, so überfällt mich eine leise
Ängstlichkeit, indem ich befürchte, in Gefahr gesetzt zu werden, meinen Zustand
merken zu lassen - so war es denn auch dieses halbe Jahr, was ich auf dem Lande
zubrachte: von meinem vernünftigen Arzt aufgefordert, so viel als möglich mein Gehör
zu schonen, kam er fast meiner jetzigen natürlichen Disposition entgegen, obschon,
vom Triebe der Gesellschaft manchmal hingerissen, ich mich dazu verleiten ließ. Aber
welche Demütigung, wenn jemand neben mir stand und von weitem eine Flöte hörte
und ich nichts hörte oder jemand den Hirten singen hörte und ich auch nichts hörte -
solche Ereignisse brachten mich nahe an Verzweiflung, es fehlte wenig, und ich selber
endigte mein Leben - nur sie, die Kunst, sie hielt mich zurück. Ach, es dünkte mir
unmöglich, die Welt eher zu verlassen, bis ich das alles hervorgebracht, wozu ich mich
aufgelegt fühlte - und so fristete ich dieses elende Leben - wahrhaft elend, ein so
reizbarer Körper, dass eine etwas schnelle Veränderung mich aus dem besten Zustand
in den schlechtesten versetzen kann. Geduld - so heißt es - sie muss ich nun zur
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